Zwischen Punkten, Spiegeln und Unendlichkeit

Yayoi Kusama in Köln: Museumsfreunde erleben außergewöhnliche Ausstellung

Ziel der gemeinsamen Fahrt war das Museum Ludwig, wo die Gruppe die große Überblicksausstellung der siebenundneunzigjährigen japanischen Künstlerin Yayoi Kusama besuchte. Eine fachkundige Führung durch die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Museums konzipierte Schau eröffnete den Museumsfreunden einen fundierten Zugang zu Werk und Persönlichkeit der international bedeutenden Künstlerin.

Die Ausstellung bietet einen beeindruckenden Überblick über mehr als siebzig Jahre künstlerisches Schaffen, von frühen Arbeiten aus den 1950er- und 1960er-Jahren bis hin zu aktuellen Werken. Besonders faszinierte die Teilnehmer die Vielschichtigkeit von Kusamas Œuvre, das sich zwischen Konzeptkunst, Minimalismus, Pop Art, Surrealismus und feministischen Positionen bewegt und sich bewusst keiner festen Stilrichtung zuordnen lässt. Auch die charakteristischen Kürbisse, die in vielen Werken der Künstlerin erscheinen, begeisterten die Teilnehmenden mit ihren leuchtenden Farben und gepunkteten Oberflächen.

Ein Höhepunkt der Ausstellung war der eigens für das Museum Ludwig geschaffene Infinity Mirror Room. Riesenhafte, gepunktete Formen winden sich darin wie Ranken durch den Raum und erzeugen den Eindruck eines künstlichen Urwaldes. Im verspiegelten Zentrum kehren sich die Farben um, während unzählige Reflexionen den Raum scheinbar ins Unendliche wachsen lassen. “Es ist faszinierend, wie Kusama hier Raum, Tiefe und Bewegung verschmelzen lässt, sodass man in völlige Grenzenlosigkeit eintaucht,“ bemerkte eine Museumsfreundin begeistert. Aber auch weitere Werke hinterließen einen nachhaltigen Eindruck, darunter die farbenfrohen Bronze Flowers auf der Dachterrasse des Museums, die vor der markanten Kulisse des Kölner Dom bei strahlend blauem Himmel eine besondere Wirkung entfalteten

Nach dem Rundgang blieb beim gemeinsamen Mittagessen Zeit für Austausch und Gespräche über das Gesehene. Anschließend nutzten viele Teilnehmende die Gelegenheit, auch die beeindruckende Sammlung und die Dauerausstellung des Museums in Ruhe zu erkunden. Mit vielen Eindrücken, neuen Perspektiven und bester Stimmung trat die Gruppe die Heimreise an – ein gelungener Kunsttag für die Museumsfreunde.

Catharina Graepler